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Das Herder-Gymnasium hat sich bereits im Schuljahr 2013/2014 auf den Weg gemacht, an dem Thema "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks zu arbeiten.

Dieses Netzwerk wurde von Bundespolitikern und Initiativen auf einer Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion zu den Konsequenzen aus dem NSU-Terror als einer der aktivsten und wirksamsten Schülerbewegungen in Deutschland gegen Rassismus hervorgehoben.

Vor den Sommerferien des Schuljahres 2013/14 wurde für alle Schülerinnen und Schüler eine Veranstaltung zum Thema durchgeführt. Eine Arbeitsgemeinschaft „SoR-SmC“ erreichte damit eine konkrete Thematisierung und Sensibilisierung von „Rassismus und Diskriminierung“, aber auch von
„Toleranz und Courage“, und rief zu mehr Aktivität und Engagement der ganzen Schulgemeinde auf. Ziel des Ganzen ist der Erwerb des Gütesiegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der gleichnamigen Bundeskoordination, welche bestimmte Auflagen erfordert. Voraussetzung für dieses Zertifikat ist die Selbstverständniserklärung von mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrer wie auch der weiteren Angestellten der Schule. Dazu wird durch die persönliche Unterschrift erklärt, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden. Gewalt und diskriminierende Äußerungen oder Handlungen sollen auf Widerstand stoßen und offen diskutiert werden. Die Schule muss einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchführen, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.
Die Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft „SoR-SmC“ haben dazu zusammen mit der SV in den letzten Wochen und Monaten mit großem Engagement die Veranstaltung vorbereitet und in diesem Rahmen mehrere Stationen organisiert, an denen alle Schülerinnen und Schüler der Schule über mehrere Tage die Gelegenheit hatten, sich mit den Themen „Rassismus“, „Diskriminierung“, „Toleranz“ und „Courage“ auseinanderzusetzen.

Woher kommen eigentlich die Menschen in Minden? Dieser Frage konnten die Schülerinnen und Schülern nachgehen und erfahren, welche Länder der Erde wie stark in Minden vertreten sind. Es gab gruppendynamische Spiele, bei denen gerade Gemeinschaft, aber auch Ausgrenzung thematisiert wurden. In einer „kreativen Ecke“ konnten persönliche Gedanken und Wünsche zu diesen Themen
in kreativer Form durch Gedichte oder Zeichnungen zum Ausdruck gebracht werden. Darüber hinaus gab es in Anlehnung an die zwei im Frühjahr gepflanzten Apfelbäume am Eingang des Herder-Gymnasiums eine kleine Ausstellung und ein Quiz über den für Toleranz und Courage kämpfenden
„Apfelpfarrers“ Korbinian Aigner.

Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit ihrer Unterschrift das Bestreben der AG und der SV, das Gütesiegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu unterstützen. Sehr positive Resonanz: 85% Prozent der Schülerschaft, der Lehrer und aller Angestellten haben dem Projekt zugestimmt.

Dann war es endlich soweit: Nach mehreren Jahren Arbeit der gesamten Schulgemeinde und konkreter Vorbereitung durch die AG "SoR-SmC" bekam das Herder-Gymnasium am 5. September 2014 offiziell das Gütesiegel verliehen und wurde damit als zweite Schule in Minden ausgezeichnet für seine Arbeit für eine Schule der Vielfalt und gegenseitigen Achtung. Damit endete ein Vorbereitungsprozess, in dem ein Großteil der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Angestellten der Schule ihre Bereitschaft erklärt haben, dieses Ziel aktiv zu unterstützen und zu leben. Zugleich geht der gemeinsame Prozess. Dafür steht auch der Pate des Projekts: der bekannte Kabarettist und Buchautor aus Minden Bernd Gieseking. Er wird die Schule auf ihrem Weg unterstützen und sich in die Arbeit mit der Schulgemeinde einbringen.

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