Schulleitung
„Wir leben in der Zeit;
folglich müssen wir auch mit ihr und für sie leben und leben lernen.“
(Johann Gottfried von Herder)
Heike Plöger und Dirk Werner, Schulleitungsteam
Die Zeit, in der wir leben, ist von vielfältigen Krisen und Umbrüchen gekennzeichnet. Als Schulleitungsteam am Herder-Gymnasium verfolgen wir das Ziel, Schülerinnen und Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben in dieser Welt vorzubereiten und Schule als einen Lern- und Lebensort zu gestalten, der Schülerinnen und Schülern einen Schutzraum bietet und die Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen ermöglicht.
In dem kleinen Dialog entfalten wir dazu unsere Vorstellungen:
Heike Plöger: Unsere Arbeit ist davon geprägt, die Voraussetzungen für erfolgreiches und persönlichkeitsstärkendes Lernen immer neu zu überdenken und gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten darauf hinzuwirken, dass das Lernen bestmöglich gelingen kann. Wie bleibt dabei der Blick auf das einzelne Kind konkret spürbar?
Dirk Werner: Indem wir die Institution „Schule“ aus der Perspektive des Kindes betrachten und Strukturen schaffen, die Neugier, Selbstständigkeit und Persönlichkeitsentwicklung fördern. So zeigt sich im Alltag, dass Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen.
Heike Plöger: Eine zentrale Leitlinie ist für uns, jede Schülerin und jeden Schüler so zu stärken, dass sie oder er das Leben nach der Schulzeit verantwortungsvoll und selbstständig gestalten kann.
Dirk Werner: Wie schaffen wir dafür die passende Lernumgebung?
Heike Plöger: Wir verstehen Schule als offenes Haus des Lernens — mit vielen Türen und Fenstern. Es gibt Räume für Austausch und Orte des Rückzugs. Menschen unterschiedlichen Alters lernen voneinander, präsentieren Ergebnisse, diskutieren und treten mit der Außenwelt in Kontakt. Hier gibt uns unsere Mitarbeit im UNESCO-Schulnetzwerk und als Ersamus+-Schule wichtige Impulse. Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums treten mit Schülerinnen und Schülern anderer Schulen in einen Austausch und arbeiten gemeinsam an Projekten. Lehrkräfte vernetzen sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer UNESCO-Schulen und lernen schulische Konzepte in ganz Europa über Erasmus-Fortbildungen kennen.
Dirk Werner: Welche Haltung braucht dieses „Haus“, damit es wirkt?
Heike Plöger: Eine Kultur des Vertrauens, der Offenheit und Wertschätzung. Erst dann können sich Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Angebote einlassen, Talente entfalten, mutig neue Wege gehen und in ihrer Persönlichkeit wachsen. Dazu gehört auch, dass Schülerinnen und Schüler Erfahrungen machen dürfen, die sie befähigen, verantwortungsvoll zu handeln und ihnen das Gefühl von Selbstwirksamkeit geben.
Dirk Werner: Wir unterstützen das durch individuelle Lernwege, echte Wahlmöglichkeiten und verlässliche Strukturen, die unterschiedliche Interessen und Stärken berücksichtigen — eine starke Quelle für Lernmotivation.
Heike Plöger: Wo wird das am Herder‑Gymnasium sichtbar?
Dirk Werner: In einem lebendigen Schulleben: MINT- und InSeL-Klassen, vielfältige AG-Angebote im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich, Feste, Konzerte, Gottesdienste, vielfältige Fahrten und Projekte sowie unsere Einbindung in die Netzwerke UNESCO und Erasmus+ ermutigen Jugendliche, ihre Fähigkeiten zu zeigen und sich mit wichtigen Zukunftsthemen auseinanderzusetzen.
Heike Plöger: Schule entwickelt sich nur weiter, wenn wir mit allen am Schulleben Beteiligten in einem guten Austausch stehen und deren Impulse, Ideen und Gedanken aufgreifen. Wie gehen wir mit Ideen, Sorgen und Hinweisen um?
Dirk Werner: Wir sind dankbar dafür und bitten, sie offen anzusprechen — damit wir gemeinsam nach Lösungen oder zumindest Verbesserungen suchen können. Unsere Schulentwicklungsgruppe, die sich etwa einmal im Monat trifft und aus Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zusammensetzt, ist eine gute Möglichkeit, sich mit seinen Ideen einzubringen. Jede und jeder ist dort willkommen.
Heike Plöger: Wenn wir Schule immer neu aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler betrachten und dabei ihre Lebensbedingungen berücksichtigen, können wir den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin bestmöglich in seiner bzw. ihrer Entwicklung unterstützen.