Symbolbild mit Filmklappe und KopfhörerWie inszeniert man sich selbst – ohne Social Media? Mit dieser Leitfrage hat sich der Latein-Grundkurs der EF im Rahmen der Lektüre von Plinius’ Briefen beschäftigt. Im Zentrum stand dabei die Erkenntnis: Was heute über Instagram geschieht, wurde in der Antike beispielsweise über sogenannte Kunstbriefe realisiert.

Der römische Schriftsteller Plinius präsentiert sich in seinen Briefen bewusst als gebildeter, disziplinierter und reflektierter Autor. Sein Tagesablauf ist dabei kein neutraler Bericht, sondern Teil einer gezielten Selbstinszenierung. Genau diese Perspektive haben die Schülerinnen in einem kreativen Projekt aufgegriffen und in die Gegenwart übertragen.

In Kleingruppen entstanden kurze Videos („Reels“), die Plinius’ Alltag darstellen – inklusive lateinischer Zitate aus dem zuvor übersetzten Originaltext. So wurde sichtbar: Auch wenn sich die Medien verändert haben, bleibt die grundlegende Frage gleich – Wie möchte ich gesehen werden?

Ein besonders gelungenes Beispiel stammt von Dounia, Yasmin und Leonie. Sie haben ihre Bilder selbst gestaltet, digital animiert und mit der App FlipaClip bearbeitet. So entstand ein Video, das Plinius’ Alltag anschaulich visualisiert. Die lateinischen Zitate erscheinen als Sprechblasen und können durch kurzes Pausieren gezielt gelesen werden.

Die Aufgabe verband Textarbeit, Interpretation und kreative Mediengestaltung und orientierte sich an klaren Kriterien, etwa der nachvollziehbaren Darstellung des Tagesablaufs, der korrekten Integration lateinischer Zitate und einer reflektierten Umsetzung. Auch die übrigen Gruppen überzeugten mit originellen Ideen. Die Ergebnisse zeigen, wie lebendig antike Texte werden können, wenn sie in neue Medien übertragen werden. Weitere Arbeiten können bei Interesse über Frau Klee eingesehen werden.

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