Kleine Expertinnen und Experten ganz groß

Wie in jedem Jahr fand kurz vor den Osterferien im Rahmen der Begabtenförderung die Expertentagung unserer diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Drehtürmodells „Forder-Förder-Projekt“ statt. Außergewöhnlich war, dass es wegen der hohen Teilnehmerzahl von insgesamt 25 Kindern gleich zwei Präsentationsveranstaltungen an aufeinanderfolgenden Abenden in der jeweils gut besuchten Mediothek und den angrenzenden Räumen gab.
Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 8 beschäftigten sich ein Schulhalbjahr zusätzlich zu den regulären Unterrichtsfächern eigenständig und mit großem Einsatz mit einem selbstgewählten Thema.
Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler war mit der sogenannten „Expertentagung“ nach viel investierter Zeit, eingebrachtem Fleiß und harter Arbeit endlich der große Abend der Präsentationen gekommen, auf den sie lange hin gefiebert hatten.
Mit viel Vorfreude, aber auch mit einer gesunden Portion Anspannung und Nervosität waren unsere kleinen Expertinnen und Experten in die Schule geeilt, um die Produkte ihrer intensiven Arbeit im „Forder-Förder-Projekt“ ihrem Publikum in Form von Vorträgen, Power-Point-Präsentationen und Expertenarbeiten zu präsentieren.
Und das, was das Publikum dort zu sehen und zu hören bekam, war wirklich beeindruckend.
Souverän und kenntnisreich, so als wäre es ihr tägliches Geschäft, derartige Vorträge zu halten, sprachen die jungen Expertinnen und Experten über so unterschiedliche Themen wie „Giftpflanzen“ und den „3D-Druck“. Eine Expertin beschäftigte sich mit der berühmten Kinderbuchautorin „Astrid Lindgren“.
Tierisch ging es in den Vorträgen „Therapietiere“, „Animal Hoarding“, „Triops“ und „Krokodile“ zu, während die Vorträge „Griechische Götter“ und „Steinzeit“ einen geschichtlichen Schwerpunkt hatten.
Viele Expertinnen und Experten beschäftigten sich in diesem Jahr mit ihren sportlichen Idolen wie, z.B. „Cristiano Ronaldo“, dem Handballverein „SG Flensburg-Handewitt“ oder dem „1. FC Bayern München“. Ein Schüler begeisterte das Publikum nicht nur theoretisch mit seinem Wissen zu der Sportart „Parkour“, sondern zeigte in Form eines Saltos auch eine Kostprobe seines praktischen Könnens.
Eine Schülerin referierte begeistert über das Musical „Starlight Express“. Nicht weniger rasant ging es in dem Vortrag über den Sportwagenhersteller „Lamborghini“ zu. Ein Experte nahm das Publikum mit auf eine spannende Reise durch das menschliche „Verdauungssystem“. Außerdem wurde das Publikum in das Imperium von „Apple“ mitgenommen und durch die Ausführungen zu den Themen „Minecraft“ und „K-Pop“ tauchte es in die virtuelle Welt der Computerspiele und die Musik der Jugend ein. Eine Schülerin beschäftigte sich zudem mit den japanische Zeichentrickserien und -filmen „Anime“, die weltweit populär und insbesondere bei jungen Menschen sehr beliebt sind.
Nachdem eine Expertin mit ihrem außergewöhnlichen Spezialwissen zu dem höchsten Berg der Welt, dem „Mount Everest“ glänzte, machte eine Schülerin in ihrem Vortrag „Irak und Jesiden“ sehr eindrucksvoll darauf aufmerksam, wie wichtig ein friedliches Miteinander ist.
Mit der aktuellen und wichtigen Fragestellung nach „Gentechnik“ und gentechnisch-veränderten Lebensmitteln in Mindens Supermärkten setzte sich eine Achtklässlerin auseinander. Eine weitere Teilnehmerin aus dem achten Jahrgang führte im Rahmen des Drehtürprojekts mit einer Schülergruppe ein Experiment durch, um den Zusammenhang zwischen „Schlafmangel und Konzentration“ zu erforschen. Ebenso befragte eine Achtklässlerin ihre Mitschülerinnen, um herauszufinden, ob und inwiefern Schülerinnen mit Migrationshintergrund an Schulen benachteiligt sind.
Mit allen Vorträgen gaben die Referentinnen und Referenten dabei nicht nur einen Einblick in ihre breit gefächerten Interessensgebiete, sondern auch in ihre oft erstaunliche Leistungsfähigkeit, ihre Motivation und ihre erfolgreich erworbenen und angewandten Lernstrategien. Gerade Letzteres zu vermitteln war das Ziel des Projektes, das in Kooperation mit dem Landeskompetenzzentrum für individuelle Förderung am Herder-Gymnasium durchgeführt wurde.
Nach getaner Arbeit durften unsere zurecht stolzen Expertinnen und Experten dann am Ende des gelungenen Abends alle mit bester Laune unter dem Applaus der Zuhörenden ihre Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme am „Forder-Förder-Projekt“ entgegennehmen.
Wir gratulieren allen Teilnehmenden zu ihrem Erfolg: Herzlichen Glückwunsch!
Nun freuen wir uns auf die nächste Runde des „Forder-Förder-Projekts“, die für einige Schülerinnen und Schüler der jetzigen fünften Klassen nach den Sommerferien starten wird. Alle interessierten Eltern und Schülerinnen und Schüler des fünften Jahrgangs haben die Gelegenheit nähere Informationen über dieses Projekt, aber auch über andere bestehende Angebote für begabte Schülerinnen und Schüler am Herder-Gymnasium im Rahmen eines Informationsabends zu erhalten, zu dem wir alle Eltern und Kinder der jetzigen fünften Klassen kurz vor den Sommerferien rechtzeitig einladen werden.
Besuch im Teutolab Bielefeld
Fotosynthese experimentell betrachtet
In der letzten Woche hatten der Biologie-Leistungskurs und fünf Grundkurschülern der Q1 die Gelegenheit, das Teutolab der Universität Bielefeld zu besuchen, um sich mit dem Thema Fotosynthese praktisch auseinanderzusetzen.
Nach einer kurzen Theoriewiederholung, in der die Schülerinnen und Schüler mit ihrem fundierten Wissen glänzten, konnten die praktischen Arbeiten beginnen.
„Die Wiederholung der Grundlagen war sehr hilfreich, um die Experimente besser zu verstehen„, sagt eine Schülerin im Bio-Leistungskurs. „Dann konnten wir direkt loslegen und unsere eigenen Versuche durchführen.„
Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler führten vier spannende Experimente durch, die ihnen Einblicke in die Welt der Mikroalgen und die Bedeutung der Fotosynthese für die Biotechnologie gaben.
Im ersten Experiment wurden die Zellen von Wasserpest und der Grünalgen Chlorella mikroskopiert und die Anzahl der Chloroplasten wurden miteinander verglichen.
„Faszinierend war zu sehen, wie die Chloroplasten in den Zellen verteilt sind. Überraschend war, dass die winzigen Chlorellazellen nur einen einzigen Chloroplasten pro Zelle haben„, sagt ein Schüler. „Wir konnten die grünen Organellen deutlich erkennen.“
Im zweiten Experiment untersuchten die Schülerinnen und Schüler, wie verschiedene Faktoren wie Glukose, Säure und Base das Wachstum von Mikroalgen beeinflussen. „Es war interessant zu sehen, wie die Algen auf die verschiedenen Substanzen reagieren„, meint ein Teilnehmer des Bio-Leistungskurses. „Glukose schien das Wachstum zu fördern, während Säure und Base hemmend wirkten.“
Nachdem die Schülerinnen und Schüler schon im Unterricht den Einfluss von Licht auf die Fotosyntheserate in einem einfachen Experiment untersucht hatten, hatten die Biologen durch die professionelle Ausstattung des Teutolabs die Gelegenheit, diese Bestimmung noch einmal genauer durchzuführen. Hier konnten die Fotosyntheseraten in Abhängigkeit von Licht verschiedener Wellenlängen mithilfe eines Photometers exakt gemessen werden.
Im letzten Experiment ging es um die Isolation und Auftrennung von Fotopigmenten mittels der Dünnschichtchromatographie. „Es war beeindruckend zu sehen, wie genau die verschiedenen Pigmente aufgetrennt wurden. Das hat viel besser funktioniert als im Unterricht.„, sagt ein Grundkursschüler.

Der Besuch im Teutolab Biologie war ein Highlight für alle Biologie-Schülerinnen und Schüler der Q1. Endlich konnten alle echte Laborluft schnuppern und viel praktisch arbeiten, was im Unterricht oft zu kurz kommt.
„Der Besuch war sehr informativ und das praktische Arbeiten hat richtig Spaß gemacht. Wir konnten noch mal sehen, wie wichtig die Fotosynthese für unser Leben ist„, sagt der Kurs.
Ein großes Dankeschön an das Team vom Teutolab für die Organisation und Durchführung dieses tollen Labortages. Wir kommen gerne wieder.
Varietéabend der Q2
Am 13. Februar fand ein eindrucksvoller Varietéabend statt, der sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte begeisterte und ein vielfältiges Programm bot.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem einleitenden Video, in dem sich die Moderatoren*innen vorstellten und das Publikum auf den Abend eingestimmt wurde. Direkt im Anschluss folgte ein Rückblick auf die LK-Fahrten, der mit Bildern und Erinnerungen viele emotionale und humorvolle Momente hervorrief.
Für große Unterhaltung sorgte danach ein Spiel, bei dem Lehrkräfte aktuelle Jugendwörter erraten mussten – sehr zur Freude des Publikums, das die teilweise überraschenden Antworten mit viel Gelächter kommentierte. Anschließend präsentierten sich die Leistungskurse Biologie und Englisch mit kreativen Beiträgen, gefolgt von einem nachdenklichen Text zum Thema Zukunft aus dem Leistungskurs Deutsch, der von Tina Schoolmann vorgetragen wurde.
Ein weiteres Highlight war das Dancebattle, bei dem Schüler*innen gegen Lehrkräfte antraten. Die energiegeladenen Auftritte sorgten für große Begeisterung und zeigten, dass auch die Lehrer*innen auf der Bühne eine gute Figur machen können.
Nach diesem Programmpunkt folgte eine 30-minütige Pause, in der die Q2 Getränke und Essen anbot und so für neue Energie im Publikum sorgte. Nach der Pause wurde ein Tabu-Spiel
durchgeführt, an dem auch der Landrat Ali Dogan teilnahm. Daraufhin folgte eine Gesangseinlage des ehemaligen Vokalpraxis-Kurses.
Der darauffolgende Literaturfilm erregte ebenfalls viel Aufmerksamkeit und beeindruckte durch seine kreative Umsetzung. Anschließend begeisterte ein Musikbeitrag von Dominik, der mit seinem Auftritt einen weiteren emotionalen Höhepunkt setzte.
Zum Ende des Abends wurden feierlich die Oscars verliehen, bei denen sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen ausgezeichnet wurden. Den krönenden Abschluss bildete eine gemeinsame Tanzeinlage der gesamten Q2, die den Abend schwungvoll und mit viel Applaus abrundete.
Insgesamt war der Varietéabend ein voller Erfolg! Er war sowohl abwechslungsreich als auch unterhaltsam und ein schönes Beispiel für das Engagement und den Zusammenhalt der gesamten Q2.
Text: Mathilda Radszat
Foto: Kilian Dudda
Musik, Engagement und Applaus
Herzlichen Glückwunsch zu den EMSA-Zertifikaten!
Mehrere Schüler:innen unserer Schule haben in den letzten Monaten mit viel Einsatz am EMSA-Programm („Eine (Musik)Schule für alle“) teilgenommen und dafür nun ihre EMSA-Zertifikate erhalten. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Engagement!
Die Gruppe hat in zwei Teams gearbeitet und spannende Projekte für unsere Schule vorbereitet: Marie Wiegand, Pauline Heise, Jette Ristock, Mia Renaud, Clara und Laura Dadkoush und Mattis Rullkötter kümmern sich um die Open Stage. Sie sorgen dafür, dass bald wieder Pausenkonzerte in der Mediothek stattfinden. Dort können Schüler:innen in einem entspannten Rahmen zeigen, was sie musikalisch können – ob Gesang, Instrument oder eigene Stücke.
Kuoran Bai, Leonard Doormann, Jo Schmeding und Julia Seinsche starten Mitte März mit der Vocal Break in den MINT-Schwerpunktklassen der Jahrgänge 5 und 6. Dabei wird der Unterricht für etwa 12 Minuten unterbrochen – für eine kurze Sing- und Rhythmuspause, die Energie bringt und den Kopf wieder frei macht. Zur Vorbereitung waren die Schüler:innen unterwegs: Sie nahmen an einer Fortbildung an der Hochschule für Musik in Köln teil und besuchten außerdem einen Regionaltag an der Musikschule in Bielefeld. Mit ihren Ideen sorgen sie dafür, dass Musik im Schulalltag noch mehr Raum bekommt.
Vielen Dank für euren Einsatz – und viel Erfolg mit euren Projekten!

Auf Entdeckungsreise im Mindener Museum
Raus aus dem Klassenraum und rein ins Museum. Eine kleine Gruppe der Klasse 9d machte sich mit ihrer Lehrerin Frau Lehmkuhl auf den Weg, um Geschichte und Geschichten zu entdecken. Ziel war das Mindener Museum und die vor kurzem fertiggestellte Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Mindens. In der neuen Ausstellung beleuchtet das Mindener Museum die Themen Alltag, Glaube, Handel, Macht, Militär, Migration und Verkehr.
Einen ersten Überblick verschafften sich die Schülerinnen und Schüler am interaktiven Stadtmodell mit zahlreichen virtuellen Rundgängen und an dem Schaufenster zur Stadtgeschichte. 35 unterschiedliche Objekte vom Faustkeil bis zum Handballpokal belegen die spannende Geschichte Mindens.
Fesselnden Fragen wie „Welche Objekte haben sich warum erhalten? Wer schreibt eigentlich Geschichte? Und mit welchen Methoden werden heute neue Erkenntnisse aus alten Gegenständen gewonnen?“ gingen die Herder-Schülerinnen und Schüler nach.

Vitrinen und Objekte betrachten, Schubladen öffnen, Karten und Briefe lesen, selbst etwas ausprobieren – das Museum lädt immer wieder dazu ein, neugierig zu sein und sich selbst forschend auf die Entdeckungsreise zu begeben. Interessiert erkundeten die Jugendlichen, wie die „große Geschichte“ – etwa das Deutsche Kaiserreich oder der Erste Weltkrieg – vor Ort in Minden Spuren hinterlassen hat.
Eine Schülerin freut sich, dass sie während ihres bald anstehenden Praktikums noch mehr erforschen kann. Aber auch die anderen sind sich sicher, dass sie bald wieder zu einem Besuch im Mindener Museum vorbeikommen.
Riga als Ort der Mindener Erinnerungskultur
Die Stadt Minden ist dem Riga-Komitee beigetreten - Die AG SoR-SmC gestaltete die Feierstunde mit
Steine mit den Namen vieler deutscher Städte finden sich im Wald von Bikernieki – Berlin, München, Frankfurt am Main, Nürnberg, Stuttgart und Bielefeld. Bald wird hier auch Granit-Stein mit der Aufschrift „Minden“ liegen. Dieser wird künftig daran erinnern, dass auch Mindener Juden dort im Wald erschossen wurden oder im Ghetto starben – nahe der 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzten Stadt Riga im heutigen Lettland. Zu denen, die dieses Martyrium nicht überlebt haben, gehörte auch die Familie Arnoldstein, an die in der Königsstraße verlegte „Stolpersteine“ erinnern.
Dass die 35.000 Toten nicht vergessen sind, ist dem Riga-Komitee, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und ihren Unterstützern in Lettland zu verdanken. Minden ist nach einem Ratsbeschluss am 8. Mai 2025 Mai dem Riga-Komitee als 84. Stadt beigetreten. Das Komitee, ein einzigartiger Zusammenschluss innerhalb der internationalen Erinnerungslandschaft, wurde im Jahr 2000 gegründet. Seit 2001 gibt es die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. Im Jahr 2016 besuchte eine Mindener Delegation die Gedenkstätte.
Die Präsidentin des Regierungsbezirkes Detmold, Anna Katharina Bölling, und Bürgermeister Peter Kock unterzeichneten am 3. März im Mindener Museum vor rund 50 Gästen die Beitrittsurkunde für das Riga-Komitee. Zugleich wurde die Sonderausstellung des Volksbunds zur Verfolgung und Deportation von Jüdinnen und Juden aus Deutschland in das Ghetto Riga sowie in die Wälder der Massenermordungen rund um Riga eröffnet. Den kleinen Festakt gestalteten auch Schüler*innen der Arbeitsgemeinschaft Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage des Herder-Gymnasiums und die Musikerin Susanne Burgschweiger (Querflöte) mit.
„Unsere Stadtgeschichte zeugt von dem Beitrag von Jüdinnen und Juden zu unserer Stadtgeschichte ebenso wie von der Geschichte ihrer Ausgrenzung“, so Bürgermeister Kock in seinem Grußwort. Ein sichtbares Zeugnis dieser Geschichte sei der zerbrochene jüdische Grabstein aus dem 13. Jahrhundert, der nun ein wichtiges Stück in der Mitte Februar eröffneten neuen Dauerausstellung des Mindener Museums ist.
„Die Sonderausstellung und der Beitritt zum Riga-Komitee bilden ein wichtiges Zeichen, dass wir uns an der Erinnerungskultur aktiv mitwirken, uns der historischen Verantwortung stellen und so bewusst Gegenwart und Zukunft unter der zentralen Idee unseres Grundgesetzes in die eigene Hand nehmen – die Würde des Menschen ist unantastbar“, so Kock weiter. Alle Akteure stünden dafür. Es sei ein gemeinsamer Auftrag. Riga werde damit auch zu einem Ort Mindener Erinnerungskultur.
Der heutige Tag sei „ein klares Bekenntnis in bedrückender Zeit – in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Spaltung und internationaler Bedrohung und Kriegsgefahr“, hob der Bürgermeister hervor. Und weiter: „Der heutige Tag sagt, dass wir, die Mindenerinnen und Mindener, uns diesem Antisemitismus weiter entgegenstellen, seiner Geschichte und seiner Gegenwart für eine gemeinsame, friedvolle Zukunft von Religionen, Kulturen und Lebensweisen unterschiedlicher Identitäten.“
Der mit großer Mehrheit beschlossene Antrag im Rat zum Beitritt in das Städtebündnis kam aus der SPD-Fraktion. Dieser hatte zuvor breite Unterstützung gefunden: vom Mindener Geschichtsverein, vom Kreisverband Minden-Lübbecke im Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, vom Verein – Minden für Demokratie und Vielfalt sowie von der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Jüdischen Kultusgemeinde. Vertreter*innen der Vereine, Gesellschaften und Gemeinden wären Gäste der Feierstunde.
Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling, die auch Vorsitzende des Bezirkes Ostwestfalen-Lippe im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ist, erinnerte an den am 27. Januar begangenen Holocaust-Gedenktag, der nicht nur an diesem Tag, sondern eigentlich das gesamte Jahr über einen Auftrag an die Gesellschaft darstelle. Der Beitritt der Stadt Minden zum Riga-Komitee sei „ein klares Bekenntnis für die Geschichte und die Erinnerungskultur“, so Bölling.
Sie selbst habe 2024 die Gedenkstätte bei Riga besucht. „Ein stiller Ort im Wald, schwer auszuhalten, dass dort so viele Menschen Opfer „des staatlichen Vernichtungsapparates wurden“, schildert die Regierungspräsidentin ihre Eindrücke. Sie hoffe, dass bald auch ein Stein mit dem Namen „Minden“ im lettischen Wald liege. 540 Menschen aus den damaligen Regierungsbezirken Minden und Lippe seien zwischen 1941 und 1944 nach Riga deportiert worden, so Bölling. Der zentrale Gedenkstein dort trägt die aus dem Lettischen übersetzte Inschrift „Die Erde wird mein Blut nicht verschlingen und meine Schreie nicht verschlucken.“
Anna Katharina Bölling hob in ihrem Grußwort auch die wichtige Arbeit des Volkbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge hervor, der seit Jahrzehnten historisch-politische Bildungsarbeit für viele junge Menschen in den Schulen und an den Kriegsgräberstätten leistet.
Die Schüler*innen des Herder-Gymnasiums zitierten in der Feierstunde aus in den 1980er Jahren aufgezeichneten Zeitzeugenberichten von drei Überlebenden des Rigaer Ghettos: Alfred Neukamp, Eliyahn Kazir und Edith Brandon geb. Blau. Der Gedenkbeitrag der Schüler*innen stammt aus dem Jahr 2022. Er wurde seinerzeit von einem Leistungskurs des Herders unter der Leitung von Dr. Eva Pietsch erarbeitet.

Edith Blau erhielt 1941 den Deportationsbescheid. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter und vielen anderen Juden zunächst in eine ehemalige Kyffhäuser-Gaststätte nach Bielefeld gebracht. Dort wurden ihnen die Pässe abgenommen. Sie erhielten eine Nummer und durften nur ganz wenige persönliche Stücke behalten. Im Dezember 1941 wurde Edith dann mit ihrer Mutter in einem Güterwaggon nach Riga gebracht. „Es lag Schnee, alles war gefroren“, erinnert sie sich – zitiert von einer Schülerin.
Edith Blau wurde nach Auflösung des Ghettos bei Riga 1944 in das KZ Stutthof bei Danzig verschleppt. Im Januar 1945 gelang ihr die Flucht nach Bornholm, später nach Großbritannien. In London lernte sie ihren späteren Mann kennen. Die Diamantene Hochzeit feierte das Paar in Minden. Nur ein Schicksal von ganz vielen, welches in diesem Fall ein glückliches Ende fand. An die, die das Ghetto nicht überlebten, erinnert die am 3. März eröffnete Sonderausstellung im Natorp-Saal des Mindener Museums. Sie ist noch bis zum 19. April 2026 zu sehen.

Die Ausstellung beleuchtet das Schicksal von vielen Tausend jüdischen Menschen, die ab Ende 1941 aus mehr als 40 deutschen Städten in das von der Wehrmacht besetzte Riga deportiert wurden. Sie zeigt ausführlich Stationen der Verfolgung, darunter das Ghetto von Riga, die Lager Jungfernhof und Salaspils sowie die Massenmorde in den Wäldern von Rumbula und Bikernieki. Dabei werden nicht nur Tatorte, sondern auch die Täter und die unterschiedlichen Formen der Erinnerungskultur bis in die Gegenwart thematisiert.
Text und Fotos: Stadt Minden
Wasser – eine wertvolle Ressource entdecken
Die MINT-Schwerpunktklassen der Jahrgänge 5 und 6 auf spannender Exkursion
Wasser begleitet uns jeden Tag – beim Trinken, Waschen oder Kochen. Doch woher kommt unser Wasser eigentlich, wie wird es gereinigt und warum ist es eine so wertvolle Ressource? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die MINT-Schwerpunktklassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe bei einer abwechslungsreichen Exkursion zum Thema Wasser, die vom zdi organisiert wurde.
Den Auftakt bildete ein Workshop der Verbraucherzentrale. Die Schüler*innen arbeiteten in verschiedenen Gruppen, die jeweils theoretische und praktische Stationen durchliefen.
An zwei Stationen ging es um den Wasserkreislauf der Erde. Besonders spannend fanden viele Schüler*innen die Erkenntnis, dass die Menge an Wasser auf der Erde eigentlich immer gleichbleibt. Das Wasser verändert nur seinen Aggregatzustand – es wird zu Wasserdampf, Eis oder flüssigem Wasser – und verteilt sich dadurch unterschiedlich auf der Erde. „Ich wusste gar nicht, dass das Wasser auf der Erde immer wieder im Kreis läuft“, staunte eine Schülerin aus der 5. Klasse. Ein anderer Schüler ergänzte: „Jetzt verstehe ich besser, warum es in manchen Regionen Wassermangel gibt.“
An weiteren Stationen erfuhren die Klassen, wie Wasser im Wasserwerk gereinigt wird. Besonders spannend war hier das praktische Ausprobieren: die Schüler*innen konnten mit einer simulierten Rechenanlage experimentieren und mit einer eigenen kleinen Filteranlage testen, welche Stoffe sich aus dem Wasser herausfiltern lassen. „Der Rechen holt erstaunlich viele Dinge aus dem Abwasser – besonders Sachen, die man eigentlich gar nicht in die Toilette schmeißen darf“, berichtete ein Schüler der 6. Klasse. Bei der Filterstation stellten die Schüler*innen fest, dass wasserlösliche Stoffe besonders schwer zu entfernen sind. Das Ergebnis des Experiments: besonders Chemikalien lassen sich nur sehr schwer aus dem Wasser filtern.
Die anderen Stationen sorgten ebenfalls für viele Aha-Momente. Die Schüler*innen untersuchten, ob sich Öl, Sand oder Gelatine im Wasser auflösen und wie sich diese Stoffe verhalten: „Öl schwimmt einfach oben – das war richtig gut zu sehen“, meinte eine Schülerin. „Aber manche Stoffe sieht man im Wasser gar nicht mehr, obwohl sie noch drin sind.“
Im zweiten Teil der Exkursion besuchten die MINT-Schwerpunktklassen eine interaktive Ausstellung zum Thema Wasser im Werre-Park. Hier durften die Schüler*innen ebenfalls selbst experimentieren und verschiedenen Fragen nachgehen, zum Beispiel:
- Wie funktioniert ein Springbrunnen?
- Schwimmt eine Flasche Cola oder Cola Light oben – oder geht sie unter?
- Kann man in kohlensäurehaltigem Wasser schwimmen?
Und auch hier waren die Antworten zu den Fragen sehr interessant: „Ich hätte nie gedacht, dass Cola Light schwimmt und normale Cola untergeht, weil sie viel schwerer ist als Cola Light“, sagte ein Schüler überrascht. Eine andere Schülerin fand besonders den Springbrunnen spannend: „Es war cool zu sehen, wie der Wasserdruck das Wasser nach oben drückt.“
Zum Abschluss der Exkursion erhielten alle Schüler*innen der MINT-Schwerpunktklassen eine Urkunde, die ihre Teilnahme an den spannenden Wasser-Experimenten bestätigt.
Der Ausflug hat einmal mehr gezeigt: Wasser ist eine lebenswichtige Ressource – und es lohnt sich, genauer hinzuschauen und zu experimentieren.
Oder wie es ein Schüler am Ende des Tages treffend formulierte: „Jetzt weiß ich: Wasser ist viel spannender, als man zuerst denkt!“

Tanzen als AG-Angebot
Ab dem Sommer letzten Jahres steht ein neue AG auf dem Angebotszettel für die 5. und 6. Klassen: Die Tanz-AG
Mit einer Gruppe bestehend aus 15 Schülerinnen startete die AG im Sommer letzten Jahres. Einmal die Woche treffen sich die Schülerinnen in der Sporthalle, um gemeinsam mit Spaß und Freude an der Bewegung etwas auf die Beine zu stellen. Jeden Montag nach der Schule kommt die Tanz-AG für eine Stunde zusammen. Zu Beginn jeder Tanz-Stunde machen sich die Schülerinnen zu Liedern ihrer Wahl warm: Es wird sich gedehnt, warmgelaufen und schon einige Tanzschritte werden natürlich eingebaut. Auch ein lustiges Aufwärmspiel stand hier schon auf dem Programm. Doch letztlich geht es natürlich nach ausreichender Aufwärmung über zum eigentlich großen Programmpunkt: dem Tanzen.

Von verschiedenen Aufstellungen, zu unterschiedlichen Choreos über leichte und schwierigere Tanzschritte wird alles rund um das Tanzen ausprobiert. In manchen Wochen werden die Schülerinnen beispielsweise selbst kreativ und denken sich eigene Choreos in Kleingruppen aus, die sie den anderen am Ende präsentieren. In anderen Wochen wird in der gesamten Tanzgruppe eine Choreo eingeübt und geprobt. Als bisherigen Höhepunkt durften die Schülerinnen der Tanz-AG eine dieser Choreos auch schon nach einigen Wochen am Kennlerntag der Viertklässler auf der Bühne der Aula mit Erfolg aufführen. Nach vorheriger, großer Aufregung war die Freude über den gemeinsam gemeisterten Auftritt am Ende sehr groß. Außerdem schweißte dieses Erlebnis auch die Tanz-Gruppe als solche noch mehr zusammen. Einige Schülerinnen berichten nach dem ersten halben Jahr von der Zeit in der Tanz-AG:
„An der Tanz-AG finde ich alles toll, am meisten mag ich, dass wir fast immer etwas anderes machen.“ (Valentina, 5.Klasse)
„Ich finde es sehr cool, dass wir ein wenig Hip-Hop mit einbauen und dass wir manchmal eigene Choreos machen. Außerdem habe ich beim Tanzen neue Freunde gefunden.“ (Solé, 5.Klasse)
Die Mädels der Tanz-AG freuen sich auf weitere Mitglieder und Mitgliederinnen im kommenden Schuljahr. Wir freuen uns, dass auch zwei Mädels aus der Internationalen Klasse dabei sind, die neben dem Tanzen auch noch mehr Kontakte knüpfen sowie ihr Deutsch verbessern.
Und außerdem frischen die Tanz-Mädels so auch ihre Englisch-Skills dadurch weiter auf. Also wer Lust hat, kann gerne vorbeischauen und sich selbst ein Bild machen. Jeder und jede ist herzlich willkommen!
Antike zum Anfassen!

c) Landeshauptstadt Hannover
Der Wahlpflichtkurs Latein des 10. Jahrgangs nutzte einen Projekttag für einen Besuch im August Kestner Museum in Hannover.
In einem Museumsgespräch konnten die Schüler:innen zahlreiche Alltagsgegenstände aus der Antike entdecken und sogar originale Grabinschriften übersetzen. Nach dem Vorbild des berühmten Orpheus-Mosaiks entwarfen und gestalteten Schüler:innen des WP-Kurses von Frau Klee eigene Mosaike – dabei entstanden viele kreative und ganz unterschiedliche Ergebnisse.
Einige Eindrücke von unserem Ausflug findet ihr im Video.
Fehlstart – Neustart – Sieg
Eine goldene Medaille zum Debüt
Wenn sich Anfang März die Wintersaison zum Ende neigt, wird es Zeit für ein letztes Kräftemessen auf dem Ergometer. Während beim heimischen (M)Indoor-Cup eine festgelegte Distanz zu bewältigen ist, wird beim Osnabrücker-Ergocup hingegen oft eine bestimmte Dauer des Rennens vorgegeben.
Im ersten Rennen mit Beteiligung von Herder-AthletInnen ist Janne über die Distanz von 1000 m an den Start gegangen (WK II). Mit einer Zeit von 4:14.8 Minuten und dem 4. Platz hat sie den Sprung auf das Podium nur knapp verpasst.
Martha und Leonie erwarteten das Rennen der Anfängerinnen (WK VI) mit viel Spannung. Sekunden bevor das Rennen beginnen sollte, erreichte diese ihren Höhepunkt, sodass Martha das Startsignal gar nicht abwarten konnte und bereits beim „Attention“-Signal losgeruderte. Leider ein Fehlstart, den das Wettkampfbüro glücklicherweise nicht geahndet hat. Beim zweiten Startversuch lief schließlich alles wie geplant und sie holte sich mit einem Start-Ziel-Sieg die Goldmedaille (633 m) in ihrem ersten Rennen. Auf den Fehlstart angesprochen, antwortete sie völlig aus der Puste „Ich war einfach total aufgeregt und wollte unbedingt losrudern“. In einem engen Teilnehmerfeld erzielte Leonie mit einer zurückgelegten Strecke von 565 m den 10. Platz.
Auch unsere Anfänger Sam und Jan sind über die Zeit von 3 Minuten angetreten und haben mit Distanzen von 638 m und 429 m die Plätze 6 und 15 erreicht.
Schließlich ist es auch für Matti und Erik an der Zeit gewesen, ihr Rennen (WK V) zu bestreiten. Matti eruierte mit 683 Metern Platz 14, Erik landete mit 641 zurückgelegten Metern auf Platz 21.
Für Svea, Finn, Thore, Emir und Lucas galt es sich die Kraft besonders gut einzuteilen, um die Zeit von 4 Minuten optimal nutzen zu können. Im Rennen der Mädchen (WK IV) gewann Svea mit einer Distanz von 989 Metern die Bronze-Medaille. Finn landete im Rennen der Jungen (WK IV) auf Platz 7 (981 m), Thore auf Platz 21 (909 m) und Emir auf Platz 23 (900 m). Das Rennen der WK III beendete Lucas auf Platz 27 (924m).
Mit lediglich 13 Metern Rückstand auf Platz 1 erkämpfte Leyla sich Platz 2 und damit die Silbermedaille in der WK II der Mädchen.
- 2. Platz WK V/VI: Matti
- 2. Platz WK III/IV: Leyla, Lucas
- 3. Platz WK III/IV: Svea
- 2. Platz WK II: Janne
Mit den ersten Erfahrungen aus Wettkämpfen der Wintersaison können sowohl unsere FünftklässlerInnen, als auch die bereits erfahreneren RuderInnen, mutig und selbstbewusst auf die kommenden Events/Wettkämpfe unter freiem Himmel blicken:
- 09.04.-10.04. Ostertrainingslager am Bootshaus
- 07.07.-08.07. Kurztrainingslager in Rinteln (nur 5. Klasse)
- 30.06.—01.07. JtfO in Duisburg
Alle Ergebnisse im Überblick
Fotogalerie zum Wettkampftag