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Die Friedrich-Naumann-Stiftung veranstaltet am 21.02.2020 in der Aula des Herder-Gymnasiums einen Kabarett-Abend mit den beiden Kabarettisten Erich Radau und Bernd Düring, zu der wir

gemeinsam mit dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) Minden herzlich einladen dürfen. Die öffentliche Abendveranstaltung beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Bereits am Vormittag findet eine Schulveranstaltung für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q 1 statt.

„Spreche ich zu schnell? Kommen Sie mit? Oder … muß ich mitkommen?"  - so fragte der Kabarettist Werner Finck einmal wortgewandt einen mitschreibenden NS-Spitzel während eines Auftritts im Berliner Kabarett „Die Katakombe“. Erich Radau und Bernd Düring als Urgesteine des Kabaretts in Ostwestfalen lassen in der Aula des Herder-Gymnasiums das Kabarett aus der Frühzeit des Nationalsozialismus wieder aufleben und entlarven braunen Ungeist.



Überraschend ist es, dass Kabarett in der Zeit der nationalsozialistischen Gleichschaltung des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland (noch) möglich war. Gerade das Kabarett war es allerdings, das die Nazis in den 30er Jahren vor besondere Probleme stellte, zu einer Zeit, als die meisten gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Institutionen in Deutschland bereits gleichgeschaltet worden waren oder sich selbst aufgelöst hatten. Nicht nur im Ausland wurden deutschsprachige Kabaretts neu gegründet, besondere Beachtung verdient es, dass es in Berlin dem Kabarett „Die Katakombe” unter ihrem Gründer Werner Finck gelang, bis 1935 den nationalsozialistischen Machthabern und ihrem Unterdrückungsapparat Widerstand zu leisten. Mit Wortwitz und hintergründigem Humor, aber ständig von der Internierung bedroht war das Kabarett der NS-Propaganda ein ständiger Dorn im Auge, gegen seine feinsinnigen Sticheleien wirkten die Nazis zunächst oft hilflos.

Natürlich erinnern Erich Radau als Conferencier und Sänger sowie Bernd Düring (Klavier und Mini-Akkordeon) in ihrem Programm nicht nur an Werner Finck, sondern auch an so bekannte Größen des damaligen Kabaretts wie Erika und Klaus Mann, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky oder Erich Kästner.


Heribert Walber

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