Vor über zwei Jahren wurde der Schlüssel der Aula symbolisch an die Stadt Minden übergeben. Damals hatten die Verantwortlichen für die Renovierung einen Zeitraum von einem halben Jahr vor Augen.

Aus unterschiedlichsten Gründen hat sich die Fertigstellung der Renovierungsarbeiten aber deutlich verschoben. Umso mehr freut sich Heike Plöger, Schulleiterin des Herder-Gymnasiums, die Gäste bei der Einweihungsfeier für die Aula – ja man kann schon sagen – der neuen Aula zu begrüßen. Aus dem angestaubten Raum mit viel Teppich in Grüntönen ist ein echtes Schmuckstück geworden, das zurecht unter Denkmalschutz steht.



„Wir als Schulgemeinde freuen uns riesig, dass wir diesen Raum nun wieder nutzen können – mit bühnentechnischen Möglichkeiten, die wir uns vor kurzem noch nicht vorstellen konnten, mit einer angenehmen Akustik, in einer Atmosphäre, die Historie atmet und durch Klarheit in Farbe, Struktur und Material besticht“, so Heike Plöger. Lässt man den Blick durch die Aula schweifen, so entdeckt man zum Beispiel die hübschen Lampenschirme aus Glas, die alten, aber fein geputzten Türgriffe, die edle Farbgestaltung der Holzvertäfelung, das herrliche Deckengewölbe, das Geländer der Empore oder das wunderschöne Eichenparkett.



Aus der Baustelle ist wieder ein Ort der Begegnung geworden, ein Ort, an dem vielfältiges und lebendiges Schulleben stattfindet. Einen kleinen Einblick davon durften die Gäste an diesem Abend erleben. Nina Doormann führte durch das künstlerisch-musikalische Programm, das von den Schülerinnen und Schülern gestaltet wurde.



Das Herder-Brass-Ensemble eröffnete die Feier mit „The last Jedi“, einem Star Wars Medley. Die Chorneigungsgruppe Klasse 6 trug in einem dreistimmigen Kanon das Lied „Calypso“ vor und die Young Herder Voices sagen zusammen mit den Belcantolino-Teens „The Circle of Life“ aus dem Musical „König der Löwen“ von Elton John. Traumhafte Klänge entlockten Johanne Crämer, die Menuett 1 und 2 aus der ersten Cellosuite von Johann Sebastian Bach spielte, und Malena Sandmann mit „Unravel“ an der Harfe ihren Instrumenten. Alina Marcuk weihte mit dem Walzer op. 64 Nr. 2 von F. Chopin den renovierten Flügel ein. Rockig wurde es auf der Bühne, als der Instrumentalpraktische und der vokalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe Q2 gemeinsam Bohemian Rhapsody darboten. Witzig und mitreißend waren die Präsentation der Schreibwerkstatt und der Sketch der Theater-AG.
 
Der stellvertretende Schulleiter Peter Kock nahm die Gäste mit auf einen kurzen virtuellen Rundgang durch die Aula-Geschichte. Der für seine Zeit in den 1890er Jahren moderne Schulneubau der damaligen Höheren Töchterschule – wie das Herder-Gymnasium zuvor hieß – sah zunächst keinen besonderen Versammlungsraum vor. Doch dem Wachstum der Schule musste Rechnung getragen werden. Darum wurde 1909 der Südflügel als sehr repräsentativer Aula-Neubau ergänzt. Wie jede Aula wurde auch diese zur guten Stube für die festlichen Anlässe der Schule. In ihrer über 100jährigen Geschichte diente sie als Ort für Konzerte, Theater, Vorträge und Auszeichnungsfeiern, die in der Vergangenheit oft mit improvisierter Bühne und viel Behelfstechnik durchgeführt werden mussten. Bereits vor 15 Jahren beschäftigte die notwendige Aula-Renovierung den ehemaligen Schulleiter Christoph Gralla, doch aus finanziellen Gründen wurden alle Pläne verschoben. Die Weiterentwicklung der Idee und des Konzepts zur Umsetzung wurde dann von Schulleiter Dr. Ernst-Dieter Köpper und Stellvertreter Guido Höltke auf den Weg gebracht.

Der Schule kam die Aufgabe zu, einen großen Anteil der Gesamtkosten selbst aufzubringen, was durch das Einwerben von Sponsorengeldern bei den heimischen Unternehmen und Banken sowie einem Sponsorenlauf im Herbst 2018 erfolgreich abgeschlossen wurde. Die gemeinsamen Planungen mit dem Architekturbüro, einem Arbeitskreis der Schulgemeinde und Herrn Bommel als Vertreter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Minden prägten das konstruktive Zusammenspiel in der Renovierungszeit. „Schließlich“, so Peter Kock, „ist hier ein Raum entstanden, der durch die moderne Bühnentechnik wieder ein Bestandteil des aktiven Schullebens werden kann. Denn – neben dem historischen Ambiente eines denkmalwürdigen Raums – hat er auch seine moderne Funktionalität für die Schulgemeinde in der Zukunft erhalten.“


An diesem Abend ging es aber auch darum, „Danke“ zu sagen, Danke an all diejenigen, die die Sanierung und Modernisierung der Aula ermöglicht haben. Neben der Stadt Minden, die für einen Großteil der Kosten aufgekommen ist und mit der Renovierung der Aula ein neues Schmuckstück auch für städtische Veranstaltungen gewonnen hat, gibt es eine Vielzahl von Menschen, die mit ihrem persönlichen Engagement und ihrer Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung dazu beigetragen haben, dass die Aula so schön renoviert werden konnte. Viele Mindener Unternehmen und Kooperationspartner sowie der Förderverein und der e-Her-Verein haben das Herder-Gymnasium großzügig unterstützt. Heike Plöger ist stolz, dass „wir es in der Stadt Minden schaffen mit dem Engagement von Stadt, Schule, Firmen, Banken und Einzelnen ein solches Projekt zu schultern. Die Aula ist dadurch in ganz besonderer Weise ein Gemeinschaftsraum geworden.“



Stefanie Lehmkuhl

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