Vier Landessiege auf Schulebene und ein Ticket zur Junioren WM für das Herder-Gymnasium - Die Ruderer konnten im vergangenen Schuljahr zeigen, dass

sie auch ohne den langjährigen Protektor Guido Höltke weder führungs- noch erfolgslos sind.

„Der Schlüssel für einen sauberen Umbruch hieß Kooperation.“, ist sich Höltkes Nachfolger Cord Krömer sicher. „In unserem Falle heißt das eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem Bessel-Ruder-Club, dessen Jugendabteilung sich aus den Ruderriegen des Bessel- und Herder-Gymnasiums zusammensetzt“.
So wurden die bisher zeitlich um ein halbes Jahr versetzten Anfängerausbildungen der Schulen zeitgleich und in schulgemischten Gruppen absolviert. Dadurch hat sich die Gesamtorganisation vereinfacht und es konnten flexiblere Trainingszeiten für die Kinder angeboten werden.

Diese Umstellung hat sich offensichtlich positiv ausgewirkt, da sich einerseits anfangs eine enorm große Gruppe angemeldet hat und andererseits auch nach dem ersten Ruderjahr deutlich mehr Kinder dabeigeblieben sind.
Laut Krömer spiegelt sich die enge Zusammenarbeit auch in einem anderen Punkt wieder: „Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Herr Höltke, über eine Vertretungsstelle, Björn Bierwirth als Trainer für die Ruder-AG anstellen können. Dieser stellt als Leiter der Nachwuchsgruppe des Bessel-Ruder-Clubs und nun mehr als Trainer der Ruderriege ein wichtiges Bindeglied zwischen Verein und Schule dar.“

Der Einstieg für den neuen Trainer war nach eigenen Angaben kein Problem: „Als Vereinstrainer habe ich in den letzten Jahren ohnehin sehr eng mit Herrn Höltke zusammengearbeitet. Dessen Ausstieg kam dann zwar unerwartet, im Rückblick habe ich aber festgestellt, wie viel er mir in dieser Zeit bereits mit auf den Weg gegeben hat. Entsprechend reibungslos war dann der Übergang. Ich sehe den Umbruch vor allem als eine Chance, mit leicht erneuerten Strukturen die Ruder AG des Herders weiter auszubauen. Denn eins ist völlig klar: Von einer großen, breitgefächerten und strukturell starken Ruder AG profitieren sowohl die Schüler/innen als auch die Schule und der Kooperationsverein!“

Beweis für die funktionierende Struktur aus Protektor, Trainer und Verein sind ganz klar die Erfolge, welche die Schülerinnen und Schüler im vergangenen Schuljahr erzielen konnten. Hier sind vor allem die vier Siege beim Landesfinale der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ zu nennen. Auf dem Essener Baldeneysee konnten der Schülerinnen-Doppelzweier WK II, der Mixed-Doppelvierer WK III, der Mixed-Gig-Doppelvierer WKIV sowie der Jungen-Gig-Doppelvierer WK IV von den Mannschaften des Herder-Gymnasiums gewonnen werden.

Da leider keine dieser Bootsklassen beim Bundesfinale ausgefahren wird, konnte sich keine Mannschaft des Herder-Gymnasiums für Berlin qualifizieren. Am dichtesten dran waren die Jungs des Jungen-Doppelvierers, die hinter ihren Vereinskollegen vom Besselgymnasium den zweiten Platz belegten. Protektor Krömer blickt aber optimistisch in die Zukunft: „Momentan haben wir hier das Problem, dass sich im gesamten WK III und dem jüngeren Bereich nur eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft für Berlin qualifizieren konnten. Dort sind wir dann oftmals nur knapp das zweite Boot in NRW hinter dem Besselgymnasium. Hier wird es aber in den nächsten Jahren eine Änderung im Programm geben, die jeweils zwei WK III Mannschaften pro Geschlecht vorsieht, sodass dann beide Schulen jeweils ein Boot qualifizieren wollen. Mit den vier Siegen bei der Landesmeisterschaft der Schulen, können wir aber definitiv zufrieden sein.“

Auch die Kooperation mit dem Verein war in diesem Jahr erneut sehr erfolgreich. So konnten sich beim Landeswettbewerb der Kinderruderer, welcher auf Vereinsebene ausgetragen wird, neun Schülerinnen und Schüler des Herders in sechs verschiedenen Mannschaften für den Bundeswettbewerb qualifizieren. Da dieser erst im September stattfindet, stehen die Ergebnisse hier noch aus und wir dürfen uns auf einige spannende Rennen freuen.

Das Saisonhighlight für die älteren Schülerinnen und Schüler ist die Deutsche Jugendmeisterschaft, auch diese wird auf Vereinsebene ausgetragen.
In diesem Jahr erreichten die Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums im U 17 Bereich einen fünften, einen sechsten und einen achten Platz. Das absolute Sahnehäubchen waren jedoch die Gold- bzw. die Bronzemedaille von Julius Fabry, der die Auswahlboote des NRW-Teams zu zwei Erfolgen steuerte. Damit setzte er seine erfolgreiche Saison fort, nachdem er Mitte Mai in Essen schon einen spontan formierten deutschen Auswahlachter zum Junioren-Europameistertitel gesteuert hatte. Durch seinen Sieg bei der Jugendmeisterschaft wurde er von der Bundestrainerin auch direkt als Steuermann für die Junioren-Weltmeisterschaft nominiert. „Dass ich in meiner ersten Saison bei der U 19 schon zur WM fahren würde, hätte ich nie gedacht", so ein überglücklicher Fabry.

Er freute sich weiter: „Besonders schön ist natürlich der Austragungsort der diesjährigen Junioren WM. Im vorolympischen Jahr dürfen die Junioren schon einmal die Olympiaregattastrecke ausprobieren, welche sich dementsprechend in Tokio befindet.“

Mit dieser Erfolgsausbeute und den kleinen strukturellen Änderungen sind die Ruderer des Herder-Gymnasiums hervorragend für das kommende Schuljahr aufgestellt, sodass wir uns auch im nächsten Jahr auf eine spannende Saison freuen können.




Laura Bleidorn (Q2) und Björn Bierwirth (Rudertrainer)

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