Der Lions Club Porta Westfalica spendet 1000 Euro und unterstützt damit die Bildungsarbeit in Ostafrika.

„Die Offenheit der Menschen hat mich besonders berührt“, sagt Magdalena. Für Antina zählen die langen Wanderungen in den Usambara-Bergen und die wunderschönen Ausblicke zu ihren ganz persönlichen Erinnerungsschätzen. Die beiden Schülerinnen gehören zu der Reisegruppe des Herder-Gymnasiums, die im vergangenen Herbst ihre Partnerschule, die Malibwi Secondary School, in Tansania besucht hat. Von ihren Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen erzählten sie auf einem Berichteabend, zu dem auch Dr. Peter Witte und Ralf Ruhland vom Lions Club Porta Westfalica gekommen waren. Dr. Peter Witte und Ralf Ruhland informierten sich über die Erfahrungen der Tansania-Gruppe und übergaben eine großzügige Spende für einen Kopierer für die Malibwi Secondary School. Dieser war ein beim letzten Besuch geäußerter Unterstützungswunsch der Partnerschule. Die schulische Arbeit in diesem abgelegenen ländlichen Raum kann damit besser gefördert werden. Unterrichts- und Prüfungsmaterialien werden leichter verfügbar sein und für mehr Schüler als bisher zur Verfügung gestellt werden können.



Denn die Unterrichtsbedingungen sind an der Secondary School sowohl für Schüler als auch für Lehrer nicht einfach. Volle Klassen, wenige Schulbücher, kaum Unterrichtsmaterial und teilweise eine marode Ausstattung erschweren das Lernen und Lehren. Umso mehr freut sich Heike Plöger mit der Tansaniagruppe, dass dank der großzügigen Spende des Lions‘ Club Porta Westfalica bald ein Kopierer auf den Weg zur Partnerschule nach Malibwi geschickt werden kann. „Die Spende von 1000 Euro für den Kopierer stammt aus dem Erlös aus der Adventskalender-Aktion“, erklärt Dr. Peter Witte. Entsprechend ihres Mottos „We serve“ unterstützt der Lions Club damit die Bildungsarbeit an der Secondary School. Allein schon die nationalen Prüfungen bedeuten bislang einen riesigen Aufwand für die Schule.

Seit nunmehr 10 Jahren, so Peter Kock, besteht die Partnerschaft schon zwischen den beiden Schulen, die ihre Ursprünge in der Verbindung der St. Martini-Gemeinde, der Partnergemeinde des Herder-Gymnasiums, mit dem tansanischen Dorf Malibwi in den Usambara Bergen hat. Nach 2014 und 2016 machten sich im Herbst 2018 zum dritten Mal Schüler und Lehrer von Minden über Köln und Frankfurt, Dubai und Daressalam auf den Weg in die Region Tanga in Ostafrika. Auch wenn die lange Anreise mit Zug, Flugzeug und Bus anstrengend war, so waren die Strapazen sogleich vergessen, als die tansanischen Freunde die Gäste aus Deutschland sehr herzlich und mit selbstgebastelten Plakaten, auf denen „Welcome in Malibwi“ und „Feel at home“ stand, begrüßten. „Das war ein ganz besonderes Erlebnis“, erinnert sich Valerie an die Ankunft in Malibwi. Sie hat zusammen mit den anderen Schülern eine Bilderpräsentation erarbeitet hat und gewährt damit Einblicke in eine ganz besondere Schulreise.

Im Wahlpflichtkurs Gesellschaftswissenschaften „Afrika gestern – heute – morgen“ und in Rahmen von zusätzlichen AG-Treffen hat sich die Gruppe intensiv auf die zweiwöchige Fahrt vorbereitet. Inhaltlich leitend ist dabei der Gedanke, am Beispiel Afrikas Aspekte der Globalisierung, aber auch der Vielfalt menschlicher Lebensräume mit ihren Eigenarten, mit ihren Traditionen und mit ihren Zukunftsperspektiven aufzugreifen. „Der Partnerschaftsgedanke und die interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe sollen lebendig werden“, stellt Peter Kock heraus. Damit soll auch ein positives Bewusstsein für Unterschiedlichkeit und gegenseitigen Respekt gefördert werden.

Als Zeichen der Freundschaft und der Verbundenheit zwischen beiden Schulen wächst seit fünf Jahren der Tree of friendship auf dem Schulgelände der Malibwi Secondary School. Die lebendige Partnerschaft drückt sich auch aus in verschiedenen Unterrichtsprojekten, Sportwettkämpfen, dem gemeinsamen Singen und anderen Aktivitäten, an denen die Herder-Schüler teilgenommen haben. Besonders beeindruckt hat Magdalena die äußerst konzentrierte Arbeitsatmosphäre im Unterricht und den großen Respekt, den die afrikanischen Schüler vor ihren Lehrern haben. Die Jugendlichen seien viel wissbegieriger als viele deutsche Schüler. „Sie schätzen Bildung sehr und nehmen Schule extrem ernst“, meint die 17-Jährige.

An die unglaubliche Herzlichkeit, an die Gastfreundschaft und die Schönheit der Natur erinnern sich alle aus der Gruppe gern. Bei vielen wirkt die Reise nach, sie gehen mit dem scheinbar Selbstverständlichen, mit dem Alltäglichen – mit Strom, fließendem Wasser und Schule – nun bewusster um.



Stefanie Lehmkuhl

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