25 | 05 | 2017

Ein Vortrag - und das gleich am frühen Morgen des 3. Februars 2017 um 8.00 Uhr in der Aula. Ralf Palandt gestaltete diesen eher ungewöhnlich frühen Rahmen mit einer straffen Präsentation zur „Comicwelt von Rechts“, aber auch „gegen Rechts“.

Palandt ist selbst Comiczeichner, für den Vortrag aber vor allem durch seine Forschungen und als mehrfach ausgezeichnetes Mitglied der Gesellschaft für Comicforschung und der Fachgruppe Visuelle Kommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften qualifiziert. Er beschäftigt sich vor allem mit politischen Comics und ihrer Verwendung in rechtsextremen Medien. Die nach Palandts Aussage oft verneinte Frage, ob es überhaupt „braune Comics“ gebe, ging er in vier kurzen Zugriffen nach: nach einer ersten Annäherung an „Figuren braun angemalt“ thematisierte Palandt ausführlicher die „Feindbilder in rechtsextremen Fanzines“ und verdeutlichte hier ihren primären Bezugsrahmen – aus der Szene und für die Szene. Eine besondere Bedeutung der Comics zeigte er dann auch für das Spektrum des rechten Rocks auf. Abschließend illustrierte Palandt an drei Beispielen, dass es keineswegs einfach sei, mit Comics gegen Rechts ein Gegengewicht zu schaffen. Die im Anschluss an den Vortrag gestellten Fragen zeigten vor allem ein Interesse an den Berührungspunkten zwischen der Szene und der größeren Öffentlichkeit, besonders an der Frage, wie Comics „aus der Szene heraus“ gelangen und zu wirken im Stande sind.

In einem anschließenden Interview mit Herrn Hansing, Leiter unserer Radio-AG, erläuterte er seine Arbeit und Ergebnisse. Das Interview steht hier bereit zum Nachhören:


„Gewalt und Krieg im Comic“ - eine Veranstaltungsreihe der VHS Minden, des Mindener Geschichtsvereins, Mindener Museums, Stadtbibliothek und dem Grafikbüro etage eins, die sicherlich den Nerv der Zeit trifft. Dass Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums eine dieser Veranstaltungen miterleben konnten, ist der nun schon fest etablierten Kooperation zwischen der VHS und dem Herder-Gymnasium und auch der finanziellen Unterstützungen des Fördervereins am Herder zu danken.