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Wie schon 2014 und 2015 gedachten auch in diesem Jahr das Bessel-, das Rats- und das Herder-Gymnasium in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus.

Im Zentrum der Veranstaltung am 27. Januar, dem internationalen Tag des Gedenkens, der an die Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnert, standen Biografien von ehemaligen jüdischen Schülerinnen und Schülern, die wie viele andere an den Schulen ausgegrenzt, diskriminiert und letztlich zum Verlassen gezwungen wurden. Sie standen somit auch exemplarisch für das Schicksal jüdischer Bürgerinnen und Bürger Mindens.

Viele, viel zu viele Menschen hatten während des Nationalsozialismus unsagbar schweres Leid erfahren. Mit der Vorstellung der Biografien von Anneliese, Dora und Helmut Pfingst, von Heinrich Nussbaum und Isidor Kirschroth soll ihr Schicksal vorgestellt werden, soll den Opfern ein Gesicht gegeben werden. Julia Caakir betonte in ihren Abschlussgedanken, dass wir verpflichtet seinen, das Vergangene nicht als ein anonymes Ereignis stehen zu lassen. Auch wenn der Wunsch da sei, zu vergessen, gelte es, sich bewusst zu erinnern, wenn wir nicht selbst Opfer werden wollten: Opfer einer Selbsttäuschung. Wir müssten uns die vergangenen und auch die gegenwärtigen Ereignisse vor Augen führen und uns ihnen stellen, um eine Wiederholung zu verhindern.

Begleitet wurde das Gedenken vom Jugendsinfonieorchester, das mit dem Stücken "Schalom" und Én Még Most Kicsi Vagyok" (I am still a little child) das Erinnern würdevoll umrahmte. Die Schülerinnen und Schüler sowie viele weitere Anwesende machten sich dann auf den Weg zu einer gemeinsamen Erinnerung, indem sie auf kleine Zettel schrieben, was sie persönlich mit dem Gedenken, dem Erinnern verbinden. Aus diesen Wörtern wird der Kunstkurs des Besselgymnasiums eine Menora, einen siebenarmigen Leuchter als sichtbares Zeichen der Erinnerung erstellen.  

 

 

Abschließend gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen zum Mahnmal in der Tonhallenstraße. Bürgermeister Michael Jäcke betonte, dass die Opfer des Nazi-Regimes niemals in Vergessenheit gerieten dürfen. Es sei wichtig, sich immer wieder an einzelne Menschen zu erinnern und damit die Opfer aus der Anonymität herauszuholen. Die Anwesenden erinnerten schweigend in einer Gedenkminute den ehemaligen Schülerinnen und Schülern wie auch anderen einstigen Bürgern Mindens schweigend und legten weiße Rosen auf die Steine des Mahnmals.


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