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Am 28. Januar 2016 besuchten die LKs Geschichte und Erziehungs-wissenschaft der Jahrgangsstufe Q2 gemeinsam mit der AG Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage die Gedenkstätte Hannover-Ahlem. 

Die Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Ahlem, die 1893 vom Moritz Simon gegründet wurde, um jüdischen Kindern und Jugendlichen in Deutschland eine berufliche Perspektive im Handwerk zu eröffnen und zugleich einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus zu leisten. Das Gelände der Gartenbauschule wurde im Herbst 1941 zur zentralen Sammelstelle für die Deportation der Juden aus dem Bereich der Gestapoleitstelle Hannover bestimmt. Zwischen Dezember 1941 und Januar 1944 wurden hier über 2.000 Juden aus dem gesamten südlichen Niedersachsen zusammengezogen und von Ahlem aus in die Ghettos und Vernichtungslager transportiert. Ab Oktober 1943 wurde die Gartenbauschule von der Gestapo zudem als Polizei-Ersatzgefängnis genutzt, in dem politische Häftlinge, ausländische Zwangsarbeiter, Sinti und Roma unter KZ-ähnlichen Bedingungen leben mussten. Zu unserer Region besteht ein direkter Zusammenhang: Häftlinge in Ahlem wurden häufig in das Arbeitserziehungslager in Lahde überführt und umgekehrt. Manche Mindener Familie versuchte vergeblich, in der Großstadt Hannover abzutauchen und wurde doch von Ahlem aus deportiert.

Seit 2014 ist Hannover-Ahlem eine Gedenk- und Mahnstätte, die an die damaligen Geschehnisse erinnern soll. Gemeinsam besichtigten die Schülerinnen und Schüler die Ausstellung und bekamen sowohl Einblicke in den historischen Kontext als auch in persönliche Lebens- und Leidensgeschichten der zeitweise in Ahlem lebenden Menschen sowie schockierende Informationen über den Arbeitsalltag von Zwangsarbeitern und Häftlingen. In Gruppenarbeitsphasen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion die Möglichkeit, sich mit den bewegenden Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auseinanderzusetzen wie auch Täterprofile damaliger Gestapo-Wärter im Arbeitslager zu erstellen.

Im anschließenden gemeinsamen Gespräch konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke und Meinungen äußern und zeigten sich nicht zuletzt durch die Konfrontation mit den individuellen Schicksalen der Deportierten und Gefangenen bewegt von den damaligen Geschehnissen. Dieses in vieler Hinsicht schockierende Kapitel deutscher Geschichte gerät somit nicht in Vergessenheit und wird in Zukunft hoffentlich auch weiterhin als ein mahnendes Ereignis in unserer Erinnerung bleiben.

Foto Gedenkstätte: Copyright Region Hannover

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