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Minden ist nun offiziell eine Fairtrade Stadt und das Herder macht mit! Seit Freitag, dem 29.05.2015, darf sich die Stadt Minden als „Fairtrade Stadt“ bezeichnen. Zu diesem Anlass wurden die zahlreichen Kooperationspartner der Stadt Minden zu einer feierlichen Auszeichnungsveranstaltung in das Mindener Rathaus eingeladen. Unter den geladenen Gästen im großen Ratssaal befanden sich auch stellvertretend für das Herder-Gymnasium Mitglieder der Umwelt-AG.

Die Arbeitsgruppe hatte vor ca. einem Jahr damit begonnen, sich mit dem Thema „Fairtrade“ und der Teilnahme an dem bundesweiten Projekt „Fairtrade Stadt“ intensiv auseinanderzusetzen. Wichtige Eckpfeiler für die Realisierung des Projekts war die breite Zustimmung und Unterstützung der Schulgemeinde und der Austausch mit externen Partnern. Dazu zählen insbesondere Frau Uçar (Regionalpromotorin für Entwicklungspolitische Bildungsarbeit), Michael Wirtz (Leiter der Eine-Welt-Gruppe des Söderblom-Gymnasiums der Stadt Espelkamp), André Gerling (Leiter der städtischen Steuerungsgruppe), der Weltladen Minden und die Firma „Bertermann“. Im Zentrum der Arbeit der Umwelt-AG stand insbesondere die Umsetzung der drei geforderten Teilnahmekriterien.

  1. In mindestens zwei verschiedenen Klassenstufen bzw. Jahrgängen muss in mindestens zwei unterschiedlichen Fächern ein Fairtrade relevantes Thema im Unterricht behandelt werden.
    Umsetzung: Die unterrichtliche Anbindung und die damit verbundene breite inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Fairtrade erfolgt nach schulinterner Absprache in den Fächern Biologie, Erdkunde und Religion.

  2. Faire Produkte müssen zum Verkauf und Verzehr angeboten werden.
    Umsetzung: Seit dem Schuljahr 2014/15 bietet die SV am Elternsprechtag Fairtrade-Limonade an, die auf Vermittlung der Umwelt-AG vom örtlichen Weltladen bezogen wird. Eine Erweiterung des fairen Sortiments in den kommenden Jahren wird angestrebt, zum Beispiel der Verkauf von fairem Kaffee oder Tee. Darüber hinaus gelang es der Arbeitsgruppe im Rahmen der Kooperation mit unserem Schulbäcker „Bertermann“, einen Verkauf von fairen Produkten am Herder sicherzustellen.
    Aufgrund der schulinternen Auseinandersetzung mit dem Thema „Fairtrade“ hat auch ein Umdenken innerhalb des Lehrerkollegiums stattgefunden. Künftig werden die Kaffeemaschinen im Lehrerzimmer nur noch mit fair gehandeltem Kaffee befüllt.

  3. Es muss mindestens eine Schulaktion zum Thema Fairtrade stattfinden.
    Umsetzung: Auch die von der SV organisierte Nikolaus- und Valentinsaktion ist fairer geworden. So tragen neuerdings die Schokonikoläuse und die Valentinsrosen das runde Fairtrade-Siegel. Zudem bietet der Stand der Umwelt-AG am Tag der offenen Tür die Möglichkeit, weitere Einblicke in das Thema „Fairtrade“ und neue Fortschritte am Herder zu erhalten.
    Für die Zukunft plant die Umwelt-AG weitere Aktionen, wie beispielsweise Blindverkostungen, themenbezogene Filmabende oder Vorträge.

Bürgermeister Michael Buhre eröffnete mit seiner Rede die Auszeichnungsveranstaltung und betonte die Wichtigkeit eines fairen globalen Handels und die soziale und ökologische Verantwortung. Nach einer kurzen Pause, in der die Gäste den exotischen Klängen indischer Musik lauschten, trat Manfred Holz (siehe Bild) an das Rednerpult. Der Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland und Träger des Bundesverdienstkreuzes beeindruckte durch seine informativen, amüsanten, aber auch nachdenklich stimmenden Worte. Den krönenden Abschluss bildete die Verleihung des Titels „Fairtrade Stadt Minden“ und die Übergabe der Urkunde an Bürgermeister Michael Buhre. Nach Beendigung des offiziellen Teils durften auch die Herderaner die Urkunde für ihre Schule entgegennehmen. Außerdem nutzten die Mitglieder der Umwelt-AG die Gelegenheit, an Informationsständen ausliegende Materialien zu sichten und sich mit anderen Kooperationspartnern auszutauschen. Ganz nebenbei wurde auch für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt. Getränke und Speisen trugen natürlich alle das Fairtrade-Siegel.

Was ist Fairtrade?

Bauern in Afrika, Lateinamerika und Asien erhalten durch Fairtrade-Standards, die unter anderem eine Fairtrade-Prämie vorschreiben, die Möglichkeit, ihre Dörfer und Familien aus eigener Kraft zu stärken und ihre Lebens- 

und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Fairtrade-Kleinbauern und -Arbeiter/innen erhalten eine gerechtere Entlohnung, eine Stimme, werden wahrgenommen und treffen selbstbestimmte Entscheidungen.

Warum unterstützt das Herder-Gymnasium den fairen Handel?

Bauernfamilien und Plantagenangestellte in den so genannten Entwicklungsländern leben unter dem Druck des Weltmarktes, der schwankenden Preise und des ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Die Folgen reichen von Verschuldung über Arbeitslosigkeit bis zu Verelendung. Alternativen zur angestammten Produktion gibt es häufig nur wenige und diese beinhalten leider auch Drogenanbau, Prostitution, ausbeuterische Kinderarbeit, Flucht in die Elendsviertel der Großstädte oder Emigration. Fairtrade bietet vielen Menschen einen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale.

Fairtrade-zertifizierte Bauern-Kooperativen und Plantagen erhalten für ihre Produkte ein stabiles Einkommen. Fairtrade ermöglicht Kleinbauern aus benachteiligten Regionen des Südens den Marktzugang in den Norden und fördert langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen. Angestellte auf Plantagen bekommen im Minimum den gesetzlichen Mindestlohn und profitieren unter anderem von Schutzkleidung, bezahltem Urlaub und sozialer Vorsorge.

Mit Hilfe von Fairtrade können Kleinbauern und Arbeiter/innen selbstständig und demokratisch darüber entscheiden, welche Projekte sie mit der Fairtrade-Prämie realisieren. Dies können zum Beispiel der Bau von Trinkwasserbrunnen und Schulen, Umstellung auf biologischen Anbau oder subventionierte Arztbesuche sein. Fairtrade stärkt die beteiligten Menschen im Süden, bietet bessere und mehr Möglichkeiten für Frauen und Männer. Rund 1,2 Millionen Menschen in Lateinamerika, Afrika und Asien sind in das Fairtrade-System eingebunden. Mit den Familienangehörigen profitieren über 6 Millionen Menschen direkt vom Fairen Handel mit Fairtrade-Siegel.

 

 

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