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Oft wird beim Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus" an Männer als Widerstandskämpfer gedacht, doch es gab auch Frauen. Der Anteil von Frauen am Widerstand wird auf ca. 20% geschätzt.

 

Die Ausstellung "Nichts war vergeblich - Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus", die in der St. Simeoniskirche gezeigt wurde, beschäftigt sich mit ihnen. Sie zeigt den Einsatz von Frauen im Widerstand, ihre Gründe und ihr Schicksal.


Hier sind ein paar Beispiele:


Der Weg der Flüchtlinge lief oft über die Schweiz. Dort fanden sie auch Unterkünfte bei Grenzschleusern und andern Helfenden. Eine davon war Martha van Och-Soboll. Sie schleuste ca. 150 Verfolgte aus dem Ruhrgebiet über die niederländische Grenze. Martha van Och-Soboll war Teil der Rote Hilfe Gruppe. Ihre Aufgaben dort waren Grenzscheine zu besorgen, die Flüchtlinge für einige Tage zu beherbergen und sie nach Amsterdam zu schmuggeln. Sie wurde 1939 dafür verhaftet.


Uschi Rubinstein führte ein Doppelleben mit zwei Pässen, als Jüdin und als „Arierin“. Sie half ihrem Mann bei der Herstellung und dem Schmuggel von falschen Pässen sowie im Untergrund gedruckte Zeitschriften.



Carola Karg
war eine sehr selbstbewusste und gebildete Frau. Sie schmuggelte ab 1933 Flugblätter über die deutsche Grenze und schwamm im selben Jahr sogar durch einen Fluss, um zu einem illegalen Funktionärstreffen zu gelangen. Hinter der Grenze traf sie einen Schweizer Gleichgesinnten und musste während drei Polizeikontrollen mit ihm „Liebespaar“ spielen.



Der Widerstand der Frauen wurde leider meist kaum oder gar nicht erwähnt, wenn doch, wurde er als „niedriger" angesehen als das, was Männer taten. Frauen wurden nach 1945 meist auch nicht für die Haft im KZ entschädigt, weil ihnen private und nicht politische Gründe für ihre Taten „vorgeworfen" wurden (Uschi Rubinstein, Erna Brehm). Auch wenn ihnen nie Respekt für ihre Taten gezollt, ihre Arbeit kleingeredet und fast in Vergessenheit geraten war, waren sie, ihre Hilfe, ihr Engagement und ihr Mut ausschlaggebend und unverzichtbar dabei, dem Terrorregime die Stirn zu bieten.




Text: Felicitas Sophie Mohme

Foto: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945

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