START     SCHULE     MENSCHEN     UNTERRICHT     SERVICE

Kein Fachunterricht und keine Leistungs-Überprüfungen - trotzdem aber Arbeitsweisen, die auf nachhaltiges Lernen angelegt sind. Denn in sehr engagierter Atmosphäre

fanden am 25. und 26.04. in den Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I am Herder „UNESCO-Projekttage“ statt. In jahrgangsstufenbezogen angebotenen Projektgruppen arbeiteten die Schülerinnen und Schülern an zentralen Themen zu den Leitgedanken, denen sich UNESCO-Schulen in besonderer Weise verpflichtet wissen.

Anders als vor 22 Jahren, als das Herder-Gymnasium am 26.04.1996 aus Anlass des Gedenktages 10 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl schon einmal einen solchen Projekttag durchgeführt hat, könnten diese Projekttage nunmehr allerdings eine Tradition auch für die kommenden Jahre begründen. Das in einer intensiven Vorbereitungsphase entwickelte Konzept sieht vor, dass auch in den kommenden Jahren die Schülerinnen und Schüler Projekte zu Themen durchführen, die sich jeweils an einer der „Säulen“ der UNESCO-Schulen orientieren. Nach sechs Jahren haben dann die jetzigen Fünftklässler ein Projekt zu jeder dieser Säulen absolviert.

Für dieses Konzept, das 2020 von den Vorsitzenden aller Fachschaften auf den Weg gebracht wurde, wurden in kürzester Zeit von vielen Kolleginnen und Kollegen zu allen sechs „Säulen“ eine größere Zahl von Projektthemen gesammelt, die für den ersten Projekttag so reduziert werden konnten, dass die ausgewählten Projektvorschläge in größeren Arbeitsgruppen durch die Kolleginnen und Kollegen weiterentwickelt und ausgearbeitet werden konnten.

Die Übersicht verdeutlicht die Breite der Themen, die sich auch in der Vielfalt der Methoden, in zahlreichen Projekten auch in der Zusammenarbeit mit zum Teil langjährigen Kooperationspartnern des Herder-Gymnasiums, in oft fächerübergreifenden Zugängen oder in den in vielen Projekten erstellten Produkten oder Präsentationen niederschlug. Ein aufschlussreiches Dokument dieser Breite ist das von unserer ehemaligen Schülerin Paula Horstmann gestaltete Plakat. Im Verfahren des Graphic Recording begleitete sie zwei Tage lang die verschiedenartigen Inhalte, Gruppenprozesse und Ergebnisse in den Projektgruppen und illustriert das vielfältige Agieren.

Aber auch die sonstigen inhaltlichen und prozessorientierten Ergebnisse der Projekttage verdeutlichen gut die sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen der einzelnen Gruppen. Es liegt in der Natur der Sache, dass in einigen Projektgruppen die Erstellung eines Produktes im Zentrum der gemeinsamen Arbeit stand.

Ein gutes Beispiel ist hierfür er digitale Stadtralley, die in einem Projekt in der Jahrgangsstufe 6 erstellt wurde. Das auf selbständige Recherchen aufbauende Produkt, mit dem verschiedene Orte kurz vorgestellt werden, ist unter dem Titel "Minden: Projekttage 2022 Herder-Gymnasium" bei Biparcours mit der entsprechenden App abrufbar, so dass die entwickelten Quizfragen und -aufgaben genutzt werden können.

Das Projekt "You know my name, but not my story. Living together in a culturally diverse world" mündete in eine digitale Pinnwand, die in Interviews, Podcasts, Videos, Essays, Animationen sowie diversen Fotos die Arbeit an dieser spannenden und wichtigen Thematik festhielt. In die Blickwinkel der "Suche nach dem Glück" gibt ein sehr illustrativer Kurzfilm Einblicke.

Dass die Auseinandersetzungen mit der "Erfahrung von Sterben, Tod und Trauer" nicht in erster Linie auf der Erstellung eines gemeinsamen Produktes zielt, liegt sicherlich auf der Hand. Dafür war es hier wesentlich, dass der Blick auf das Leben und das Sterben durch Moderatoren des Hospizkreises Minden angeleitet und begleitet wurde.

„Während der Projekttage ist mir vor allem die besondere Atmosphäre aufgefallen: Die Schule war ein offenes Haus, die Türen zu den einzelnen Projekten waren geöffnet, ruhig, fast gelassen, waren Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Externe dabei, ihre Ziele und Vorhaben umzusetzen. Bereitwillig erklärten mir einzelne, was sie gerade tun, und zeigten ihre Produkte. Mich würde es freuen, wenn diese Form des Lernens zu einem festen, wiederkehrenden Element unseres Schullebens würde. So wird der Gedanke der UNESCO-Schule in unserer Schule lebendig“, fasst die Schulleiterin, Heike Plöger, die Projekttage zusammen.

 

Impressum Datenschutzerklärung
Joomla templates by a4joomla