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... und aus einer anderen Zeit“ –

In Erinnerung an den Erzähler und Blogger Wolfgang Herrndorf (1965 – 2013). Drei Anregungen von Julia, Clemens und David (8a)


Wolfgang Herrndorf – Ein irgendwie genialer, leicht introvertierter Perfektionist, der sich wochenlang mit kleinen Details auseinandersetzen konnte, und immer am absoluten Existenzminimum lebte, schrieb Werke wie „Sand“ (2011), „Tschick“ (2010) und „In Plüschgewittern“ (2002).

Dies ist das Portrait eines Autors, dessen Romane Gefühle beschreiben, so gut, dass man sie selber spürt.

Der gebürtige Hamburger arbeitete anfangs als Illustrator und Zeichner für die Zeitschrift „Titanic“ und für den Haffmanns-Verlag, doch von einem Tag auf den anderen gab er diese Tätigkeit auf und arbeitete fortan an einem Buch namens „In Plüschgewittern“. Finanziellen Erfolg hatte er anfangs nicht, aber laut eigenen Aussagen versprach er sich von Besitztum rein gar nichts, wobei er kurz vor seinem Tod sagte, es bereite ihm große Freude, seiner Familie nach seinem Ableben etwas hinterlassen zu können. Als er dann an einem bösartigen Hirntumor erkrankte, galt seine einzige Tätigkeit dem Schreiben. So stellte er einige Zeit vor seinem Tod seinen dritten Roman „Tschick“ fertig. Und in diesem Werk tritt sein volles, künstlerisches Potenzial zutage. Mit Herrndorfs vorletztem Roman bewegt man sich durch die Jugend, die Herrndorf vielleicht selber gerne gehabt hätte. Gefühle werden sichtbar, aber man wird sofort wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

„Keine Zeit für Sentimentalität und Pomp“
Neben seinen Romanen bloggte Herrndorf auch auf der Internetplattform „Wir höflichen Paparazzi“. Für Wolfgang Herrndorf bot das Internet ein wie für ihn geschaffenes soziales Umfeld, in dem er gut klarkam. Nach seiner Krebsdiagnose mied Herrndorf öffentliches Auftreten vollkommen. So bekamen seine Leser nur noch über seinen Blog „Arbeit und Struktur“ etwas von ihm mit. Jedoch las sich dieser am Ende vor allem als Sterbetagebuch, in dem der todkranke Autor vor allem von zahlreichen Operationen, hoffnungslosen Befunden, seiner Chemotherapie, gesundheitlichen Erfolgen und großen Einbrüchen berichtete.

Freunde schildern Wolfgang Herrndorf als Außenseiter und Perfektionisten mit einem extremen Intellekt. Was seine eigenen Bedürfnisse anging, so war Wolfgang Herrndorf von sehr großer Bescheidenheit, aber am Ende seines Lebens so reich, dass er sein Geld nie hätte ausgeben können. Der Erfolgsautor war menschlich laut Aussagen seiner Freunde etwas „speziell“. Er käme aus einer anderen Welt und aus einer anderen Zeit, äußerte sein Freund Holm Friebe.

Als sich Wolfgang Herrndorf dann im Alter von 48 Jahren wegen seines unheilbaren Hirntumors das Leben nahm, schrieb er in seinem Blog zuvor, er wolle den Tumor nicht gewinnen lassen. Vier Werke hat er geschrieben. Sein Blog sollte das fünfte werden – und wurde es: Das digitale Tagebuch „Arbeit und Struktur“ erschien nur wenige Monate nach Herrndorfs Tod in Buchform.

(David R., 8a)


Hey! Wahrscheinlich bist du aus Zufall auf diesen Text gestoßen und, naja, vielleicht wolltest du hier auch gar nicht draufklicken und hast es dann aber trotzdem gemacht ...
Komm wir ziehen’s zusammen durch!
Also: Es geht um Wolfgang Herrndorf. Wahrscheinlich sagt dir der Name nichts, mir hat er auch nichts gesagt, bis wir vor knapp sechs Monaten diesen Roman in den Herbstferien lesen mussten, den er 2010 veröffentlicht hat.

Das Buch heißt „Tschick“. Dieser Name sagt dir wahrscheinlich auch nichts, außer du hast es irgendwann schon mal gelesen (schlauerweise). In diesem Buch geht es um zwei Jungs, Tschick und Maik, die in den Sommerferien gemeinsam mit einem geklauten Lada in die Walachei reisen wollen, um dort Tschicks Onkel zu besuchen. Dort kommen sie zwar nicht an, aber sie erleben Dinge, die sie für immer verändern. Übrigens hat er nicht nur „Tschick“, sondern noch vier weitere Bücher wie z.B. „Sand“ geschrieben.

Wolfgang Herrndorf ist 1965 geboren worden und 2013 gestorben. Er nahm sich am 26. August am Ufer des Berliner Hohenzollernkanals das Leben, er wurde also nur 48 Jahre alt. Zuvor wurde bei ihm ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert, wodurch seine Fans um ihn bangten. Nachdem bei Herrndorf Krebs festgestellt worden war, mied er öffentliche Auftritte sowie Interviews.

Seine Freunde meinten, dass er sehr bescheiden und ein scheuer Perfektionist gewesen wäre. Zuerst wollte er gar keine Bücher schreiben. Nein, er studierte Kunst und begann danach als Zeichner und Illustrator. Herrndorf arbeitete als erstes bei der „Titanic“ und designte außerdem Umschlagbilder für den Haffmanns-Verlag.
Im Jahr 2002 erschien dann sein erstes Buch namens „In Plüschgewittern“, dessen typischstes Merkmal der wütend durchs Land streifende Erzähler ist. Nachdem er das Malen aufgegeben hatte, nahm er, so hörte man, nie mehr einen Pinsel in die Hand.
Seinen Durchbruch erlangte Wolfgang Herrndorf 2010, als „Tschick“ erschien, wobei seit schon ein paar Monaten klar war, dass er unheilbar krank sei. Zudem hatte er seinen eigenen Blog, den er „Arbeit und Struktur“ nannte. Er begann ihn damals für seine Freunde und schaltete ihn später für alle frei. Darin schrieb er über die Folgen seiner Erkrankung. Übrigens kam „Arbeit und Struktur“ schon drei Monate nach Herrndorfs Tod als Buch auf den Markt. Wusstet ihr, dass sein Roman „Sand“ 2012 sogar den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen hat?

Durch das über eine Million Mal verkaufte Werk „Tschick“ verdiente Herrndorf ein sehr gutes Honorar, durch das er sich eine Dachgeschosswohnung im Berliner Wedding am Kanal gönnen konnte. Etwas später gestand er, dass ihm Geld nie etwas bedeutete und dass es ihm ein gutes Gefühl bereitet hätte, seiner Frau Carola, einer Kinderbuchautorin, Geld zu hinterlassen.

Ich finde, die Welt ist nur schön, wenn jeder mit jedem so umgeht, wie man selber auch behandelt werden möchte, und nicht, wenn die Welt von Hass und Leid geprägt ist. Dieser Gedanke wird auch in „Tschick“ ausgedrückt, zum Beispiel durch Tschick selbst, Friedemanns Familie oder das Flusspferd.
Du machst ein fragendes Gesicht? Dann lies doch den Roman!

(Julia S., 8a)



Liebe Schüler/innen und Lehrer/innen des Herder – Gymnasiums!

In diesem Beitrag möchte ich den deutschen Erfolgsautor Wolfgang Herrndorf vorstellen und über seinen Bestsellerroman „Tschick“ berichten. Der Jugendroman des Autors wurde 2010 herausgegeben und über eine Million Mal verkauft. Die Abenteuerfahrt der beiden unverwechselbaren Hauptfiguren kam 2016 sogar in die Kinos.

Wolfgang Herrndorf kam 1965 in Hamburg zur Welt. Er studierte Kunst und arbeitete als Illustrator und Zeichner. Neben seiner Arbeit bei der Zeitschrift „Titanic“ war er auch als Hersteller für Umschlagsbilder beim Haffmans Verlag tätig. Herrndorf hatte ein starkes Interesse an mathematischem Denken. Er löste gern Logikrätsel und spielte knifflige Strategiespiele. Mit Holm Friebe spielte er gerne Schach, wobei Wolfgang fast immer gewann! Anfang der 1990er Jahre zog Wolfgang Herrndorf nach Berlin.

Der Erfolgsautor setzte sich dort – wie viele Menschen um die Jahrtausendwende – erstmals mit dem Internet auseinander. Er nutzte das Forum „Wir höflichen Paparazzi“ und hatte dort Kontakt zu vielen Menschen, die ihn bis zu seinem tragischen Tod begleiteten. Herrndorf begann auch mit dem Schreiben eines eigenen Blogs, was ihm zuletzt immer schwerer fiel. Zu schreiben begann Herrndorf den Blog, nachdem bei ihm ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert worden war. Mit dem Vater eines Bekannten hatte Herrndorf ein Gespräch geführt, aus welchem sich der Name seines Blogs „Arbeit und Struktur“ ableiten sollte. Nur so könne man mit der Krankheit klarkommen.
Keine Chemotherapie oder Operation konnten Herrndorf noch helfen. Er dokumentierte sein Leben mit dem Tumor in seinem Blog, welcher sich auch als Sterbetagebuch lesen lässt. Herrndorf bekam neben dem Bachmann-Publikumspreis in Klagenfurt auch Prämien auf Buchmessen für seine Werke. Neben „In Plüschgewittern“ und „Sand“ schrieb der Autor auch den Roman „Tschick“ und versetzt sich damit zurück in die Jugend.

Der Roman zweier 16-jähriger Jugendlicher, die eine spontane Reise in einem gestohlenen Auto unternehmen, verkaufte sich über eine Million Mal und sorgte bei Groß und Klein für Aufsehen. Man erlebt verschiedene Lebenszustände der Figuren und kann sich durch die verschiedenen Impressionen und Charaktere in die Handlung hineinversetzten. Man gelangt an verschiedene Orte und lernt die unterschiedlichsten Personen mit ihren speziellen Lebens- und Verhaltensweisen kennen und „fährt“ durch viele Spannungskurven.
Seine Freundin Katrin Passig bestätigte im August 2013, dass Herrndorf sich in den frühen Abendstunden am Ufer des Berliner Hohenzollernkanals das Leben genommen hat. Der Tod eines deutschen Erfolgsautors, welcher einer der besten, ungewöhnlichsten und wirkmächtigsten war, ging vielen Menschen sehr nah.

Herrndorfs Lebensgeschichte fasziniert in zweierlei Hinsicht. Er war so erfolgsreich und hatte mehr Geld, als er je hätte ausgeben können und war dennoch ein sehr bodenständiger Mann. Darüber hinaus kann aber jeder von dieser prägenden Geschichte etwas lernen: Freunde und Bekannte sind auch am Ende eines Lebens wichtig.
Dieser Autor war begabt und talentiert und der Erfolg gab ihm Recht. Sein Bestseller wurde in 36 Sprachen übersetzt.

(Clemens B., 08a)

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