30 | 03 | 2017

Die Beiträge in der Schule vorzustellen, mit denen Schülerinnen und Schüler erfolgreich am Wettbewerb „Nicht ohne dich!“ zum Gedenken an die Reformation teilgenommen hatten, und auf diese Weise noch einmal zu würdigen, dazu versammelte sich am Zeugnistag die Jahrgangsstufe EF in der Aula.

In Anwesenheit des Superintendenten Jürgen Tiemann als Schirmherrn des Wettbewerbs, der Jury-Mitglieder Pfarrer Frieder Küppers und Karl Stefan Preuß, der als Geschäftsführer der WEZ-Märkte auch die Preisgelder zur Verfügung gestellt hatte, stellte die Schulleiterin Heike Plöger die prämierten Wettbewerbsgewinner vor. Anschließend gaben diese kurze Einblicke in ihre Beiträge.

Alle Wettbewerbsbeiträge haben ihren ganz besonderen Zuschnitt, sowohl in ihrer inhaltlichen Ausrichtung als auch in ihrer medialen Gestaltung: die Anfrage an das „Bildungsversprechen“ in Deutschland und damit die Frage der  Bildungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft durch Anna Redecker (Q1), Esther Kipnis' (EF) kritischer Beitrag „Alles in Ordnung?“ zum Umgang der Menschen mit Tieren und die Gedanken von Lissen Westendorf (ebenfalls EF) über die oft merkwürdigen Verhaltensweisen der Menschen auf unserem  Planeten, gespiegelt in einer Erzählung vom Kleinen Prinzen, sowie schließlich der siegreiche Gruppenbeitrag „Fremdwort Heimat“, ein Film, vorgestellt durch Johann Schilling, Schüler der Q2  des Ratsgymnasiums und Regisseur, entstanden in einer Jugendgruppe der St. Marien-Kirchengemeinde, zu der auch Schülerinnen und Schüler des Herder-Gymnasiums gehörten.

Die vorgestellten Präsentationen veranschaulichen zudem auch Grundsätzliches: alle Beiträge zeigen in Themenfindung, Durchführung und Präsentation vorbildlich, wie sich Projekte gestalten lassen, wie sie auch in anderen schulischen Kontexten von Bedeutung sind (Facharbeiten, Projektkurse). Außerdem vermitteln die Arbeiten indirekt einen tieferen Einblick in die Bedeutung der Reformation und auch in die Bedeutung eines geschichtsbewussten Gedenkens an die Reformation heute: der vom Ev. Kirchenkreis Minden anlässlich des Reformationsjubiläums ausgelobte Wettbewerb veranlasste Beiträge, die mit auf den ersten Blick nur geringen religiösen Bezügen aufzuwarten scheinen, auf den zweiten  Blick allerdings die schöpferische Kraft von Religion in vielen Lebensbereichen verdeutlichen können. Hier berühren sie sich mit der erinnerten Vergangenheit: wer sich mit der Reformationsgeschichte Mindens beschäftigt, kann entdecken, dass auch die Reformation in Minden im 16. Jahrhundert ebenfalls keineswegs nur ein religiöses Ereignis im engeren Sinn des Wortes war.

Die Geschichte der Wettbewerbsbeiträge ist damit noch nicht an ihr Ende gekommen. Geplant ist, diese im Oktober 2017 auf einem Pilgerweg über insgesamt 24 Etappen nach Wittenberg zu tragen, um sie dort im Rahmen der offiziellen Gedenkveranstaltungen zu übergeben.

Das Herder-Gymnasium bedankt sich noch einmal für den Einsatz aller beteiligten Schülerinnen und Schüler und gratuliert den Preisträgerinnen und -trägern zur Auszeichnung!